20.01.2018

Soft Skills: Welche in der Bewerbung zählen 

Welche Soft Skills sind für die Bewerbung wichtig? 

Eine Erfolg versprechende Bewerbung ist individuell auf das jeweilige Unternehmen und die Stellenausschreibung abgestimmt. Die Bewerbungsmappe enthält die klassischen Bestandteilen wie Anschreiben, Lebenslauf, Qualifikationsnachweise und Zeugnisse. Zusätzlich werden die sogenannten Soft Skills immer wichtiger. Sie sollten bereits im Anschreiben erwähnt werden. Im persönlichen Vorstellungsgespräch beim Arbeitgeber spielen sie eine entscheidende Rolle und geben oft den Ausschlag, ob du für den Job infrage kommst oder nicht. 

Soft Skills: Was versteht man darunter eigentlich genau? 

Hard Skills und Soft Skills - diese Faktoren sind am besten zu vergleichen mit Pflicht und Kür. Hardskills sind die Fähigkeiten, Fertigkeiten und das Fachwissen, das Du mitbringen solltest, wenn du dich auf Stellenangebote in der Schweiz bewirbst. Es liegt auf der Hand, dass eine Bewerbung, die den Anforderungen des Unternehmens nicht entspricht, sofort aussortiert wird. Personalentscheider erwarten, dass ein Bewerber Stellenangebote genau liest und sich nur dann bewirbt, wenn er die erforderliche Qualifikation und die verlangte Kompetenz mitbringt. Diese Kompetenzen sind harte Faktoren, ohne die bei der Bewerberauswahl gar nichts geht. Ein Nachweis ist immer erforderlich: Belege über Ausbildungs- und Studienabschlüsse, Fort- und Weiterbildungen sowie Arbeitszeugnisse sind zwingende Bestandteile einer Bewerbung. Bei Berufsanfängern gehören auch die Schulzeugnisse in die Bewerbungsmappe. 

Im Gegensatz dazu versteht man unter Softskills Eigenschaften, die mit der Persönlichkeit und dem Charakter zusammenhängen. Das Verhalten und das Auftreten des Bewerbers zählen ebenfalls dazu. Softskills werden auch als weiche (soft) Faktoren, soziale Kompetenzen oder Schlüsselqualifikationen bezeichnet. Wer als Personaler einen geübten Blick hat, kann daraus interessante Rückschlüsse ziehen und beispielsweise die persönliche Reife eines Bewerbers beurteilen. 

Mit den fachlichen Qualifikationen haben die weichen Faktoren nichts zu tun. Allerdings greifen beide in der Praxis ineinander. Hier kommt es auch darauf an, in welchem Umfang Schlüsselqualifikationen erforderlich sind. Aber der Reihe nach: Wichtige Softskills, die für zahlreiche Berufe eine Rolle spielen, sind

 

  • Eigeninitiative
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Teamfähigkeit
  • Lernbereitschaft
  • Belastbarkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Zielorientierung 
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Organisationstalent 
  • Selbstmanagement
  • analytisches Denken
  • Kritikfähigkeit 
  • Empathie 
  • Überzeugungskraft
  • rhetorische Fähigkeiten 

Diese Aufzählung ist nicht vollzählig und sie zeigt keine Rangfolge oder Wertung, sondern ist eine zwanglose Zusammenstellung. Sie zeigt aber die wichtigsten Faktoren, die für viele Jobs vorausgesetzt werden. Überwiegend handelt es sich um soziale Kompetenzen. Die Anlagen dafür werden bereits im Kindes- und Jugendalter geprägt. Es hängt vom jeweiligen Umfeld ab, in welchem Umfang sich die weichen Faktoren weiter entwickeln. Einige Fähigkeiten entfalten sich erst im Berufsleben, auch wenn viele Menschen die Voraussetzungen dafür bereits mitbringen. Ein gutes Beispiel sind etwa die rhetorischen Fähigkeiten: Diese können in Workshops und Seminaren geschult und erlernt werden. Je öfter man frei spricht, umso besser sind die Ergebnisse. Es gibt aber auch Personen, die von Natur aus redebegabt sind. 

Erlerntes Wissen versus emotionale Intelligenz 

Berufsausbildungen und Studiengänge sind notwendig, damit die die erforderliche Qualifikation mitbringst. Allerdings trifft das nicht nur auf dich zu, sondern auch auf deine Mitbewerber. Unterschiede gibt es oft nur bei der Benotung beziehungsweise Bewertung. Die harten Kenntnisse und Fertigkeiten, die du für den neuen Job brauchst, sind ebenfalls in den meisten Fällen identisch mit denen deiner Mitbewerber. Natürlich gibt es Unterschiede: Du hast vielleicht ein besonders gutes Zeugnis oder mehr Berufserfahrung. Bewerber mit mangelnden Kenntnissen und schlechten Arbeitszeugnissen fallen oft gleich aus dem Raster. Prinzipiell gleicht sich jedoch das, was du im Studium oder in der Ausbildung gelernt hast. Für alle weichen Eigenschaften und Schlüsselqualifikationen spielen die soziale Kompetenz und die sogenannte emotionale Intelligenz eine wesentliche Rolle. Emotionale Intelligenz ist nicht automatisch angeboren. Sie wird vom frühesten Lebensalter an ausgebildet - je nach Umfeld und Veranlagung mehr oder weniger. 

Stell dir einen jungen Arzt vor, der sich in einer Gemeinschaftspraxis bewirbt. Oder noch besser, stell dir gleich mehrere junge Ärzte vor. Alle haben das Medizinstudium mit Erfolg absolviert, die Zeit als Assistenzarzt gut hinter sich gebracht. Jetzt möchten sie alle in einer Praxis für Allgemeinmedizin arbeiten. Worauf legt der Entscheider Wert? Er möchte einen Kollegen einstellen, der ein guter Arzt ist. Aber er möchte auch einen Kollegen, der mit dem gesamten Team gut zusammenarbeitet - Stichwort Teamfähigkeit -, der den Patienten zuhören kann, der belastbar ist. Solche Soft Skills sind dein individuelles Potenzial, mit denen du dich von anderen abhebst. 

Das Beispiel ist auf so gut wie alle Berufsfelder und Stellenangebote übertragbar. Wenn es darum geht, den richtigen Bewerber zu finden, setzt ein Personalchef das erlernte Wissensspektrum voraus. Die Entscheidung hängt aber zu einem wesentlichen Teil von deiner sozialen Kompetenz ab. Du zeigst damit, dass du zum Unternehmen und zum Job passt. Deine persönlichen Stärken sind dein Kapital! 

Welche Soft Skills hast du? 

Nimm dir ein wenig Zeit und überlege, wo deine Stärken und Schwächen liegen. So individuell wie deine Persönlichkeit und dein Charakter sind auch deine sozialen Fähigkeiten. Im Idealfall sind deine starken Seiten genau die, die in der Stellenausschreibung gefordert werden. Sei ehrlich zu dir selbst: Schummeln bringt nichts. Allerdings lassen sich bestimmte Verhaltensweisen erlernen. Gemeint ist nicht ein aufgesetztes Verhalten, sondern du musst wissen, worauf es ankommt, und dann bei jeder Gelegenheit üben. Sprich mit deinen Freunden, hol dir Feedback! Oft kann man sich selbst nicht objektiv beurteilen. Eine offene und ehrliche Meinung ist Gold wert! Wenn du zum Beispiel weisst, dass du nicht der allerbeste Zuhörer bist, kannst du diese Fähigkeit trainieren. Im Lauf deines Berufslebens werden sich auch deine Soft Skills erweitern. 

Bewerbungs-Tipps: Wie kommen Soft Skills am besten zur Geltung? 

Die schlechteste Variante ist diejenige, wenn du die gewünschten weichen Kompetenzen einfach wahllos und unrefelktiert auflistest. Damit entsteht der Eindruck, als hättest du gar kein echtes Interesse, sondern nur den Inhalt der Stellenanzeige abgeschrieben. Bring die geforderten sozialen Kompetenzen besser in einen stimmigen Zusammenhang. Wenn du bereits Berufserfahrung hast, kannst du deine Softskills mit bisherigen Tätigkeiten verknüpfen. Teilweise kommt auch die Verbindung mit dem Privatleben infrage. Hobbys und ehrenamtliche Engagements eignen sich gut, um einen Bogen zu sozialen Faktoren zu schlagen. Achte auf einen sachlichen Stil, halte dich kurz - kein Arbeitgeber in der Schweiz möchte Romane lesen. Übrigens: Soft Skills gehören nicht in den Lebenslauf, sondern sollten im Anschreiben erwähnt werden. Du kannst deine Bewerbungsunterlagen auch mit der sogenannten dritten Seite ergänzen. Diese Seite gilt als Motivationsschreiben, sie bietet aber auch Platz für Themen, die mt dem Beruf und dem privaten Umfeld gleichzeitig zu tun haben. Grundsätzlich lohnt es sich auch, wenn du dir überlegst, welche Kompetenzen zum betreffenden Berufsbild passen. Diese Schlüsselqualifikationen solltest du im Vorstellungsgespräch auf jeden Fall erwähnen.

Tipps für Vorstellungsgespräche und Auswahlprozesse - So punktest du mit deinen Soft Skills 

Du bist in der engeren Auswahl, jetzt möchte dich das betreffende Unternehmen kennenlernen. Abhängig vom Job wirst du zum Einzel-Vorstellungsgespräch eingeladen oder du nimmst mit anderen Bewerbern an einem weiteren Auswahlverfahren teil. Egal wie der Ablauf ist, nun zeigt sich, ob die Aussagen in deinem Bewerbungsanschreiben tatsächlich stimmen. Du weisst ja: Papier ist geduldig! (Das gilt natürlich in gleicher Weise auch für alle Bewerbungen auf elektronischem Weg.) Verstell dich nicht, bleib authentisch! Es bringt nichts, wenn du deinem zukünftigen Arbeitgeber erzählst, dass du über ein gutes Selbstmanagement verfügst, aber zum Bewerbungsgespräch zu spät kommst. Wenn mehrere Bewerber zusammen eine Aufgabe lösen sollen, stehen Kompetenzen wie Teamfähigkeit auf dem Prüfstand. Und wenn anschliessend ein gemeinsames Abschlussgespräch mit ehrlichem Feedback stattfindet, musst du deine Kritikfähigkeit unter Beweis stellen. Es lohnt sich also, nicht wahllos Soft Skills aufzulisten, sondern bei der Wahrheit zu bleiben! Niemand muss alle Kriterien erfüllen. Viele Arbeitgeber und Personalchefs in der Schweiz schätzen es, wenn du sagst: Das ist meine Schwachstelle, aber ich arbeite daran. Ich möchte dazu lernen, ich möchte besser werden! 

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