Lohnerhöhung - Fähigkeiten bestimmen den Marktwert

16.02.2017

Lohnerhöhung - Fähigkeiten bestimmen den Marktwert

Nach erfolgreicher Ausbildung stehen die Karriereplanung respektive die Jobsuche ganz oben auf der To-Do-Liste. Je nach nachgewiesenen Fähigkeiten, sogenannten harte Skills, wirst du bei der Jobsuche schnell mit deinem derzeitigen Marktwert konfrontiert. Danach heißt es den Marktwert zu steigern und die Argumente für eine baldige Lohnerhöhung zu erarbeiten. Eine oft heikle Angelegenheit, bei der deine Interessen im deutlichen Gegensatz zu den deines Arbeitgebers stehen. Klarwerden und Klarmachen heißt jetzt die Devise.

1. Klarwerden über den Marktwert

- Objektive Beurteilung deiner Fähigkeiten

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Menschen sich selbst immer ein wenig besser beurteilen als es andere aus ihrem Blickwinkel und mit anderen Interessen tun. DU möchtest einen möglichst hohen Lohn weil du dir sicher bist, dass er deinen Fähigkeiten besser gerecht wird. Das UNTERNEHMEN braucht zwar gute Mitarbeiter, ist aber gleichzeitig darauf bedacht, die Personalkosten so gering wie möglich zu halten. Weil das Unternehmen im Normalfall seinen Angestellten aber freiwillig keine Lohnerhöhung anbieten wird liegt es an dir, das Thema selbst zu forcieren. 
Um dieses Anliegen auch rechtfertigen zu können, müssen gute Leistungen nicht nur in deinem Kopf als Wunschvorstellung vorkommen, sondern auch nachweisbar und belegbar sein. Jetzt, bei der weiteren Karriereplanung, schließt sich der Kreis der sogenannten "harten Skills" (durch Leistungstests, Referenzen und Zeugnisse sichtbar gemachte Ausbildungen wie Studium oder praktische Erfahrungen) die bei deiner Jobsuche vorrangig galten, mit den sogenannten "weiche Skills" (außerfachliche Kompetenzen) wie Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit, persönliche bzw. personale Kompetenz und Menschenkenntnis. Wobei dir klar sein muss, dass die außerfachlichen Kompetenzen nicht nur schwer zu definieren, sondern auch nur schwer zu überprüfen sind. Haben sie doch mehr einen subjektiven Charakter. Das Anstreben einer Lohnerhöhung bedarf also umso mehr einer gründlichen Vorbereitung. Zudem sollte sie realistisch sein und das Gehaltsgefüge im Betrieb nicht aus den Augen verlieren. Um der Gefahr einer viel zu hohen Gehaltsforderung im Vorhinein zu begegnen, kannst du dich im Internet über die Durchschnittsgehälter deiner Branche informieren.

- Das richtige Timing

Bei einer Lohnerhöhung ist es wie im normalen Leben auch. Es kommt auf den richtigen Moment an. Das eigene Bauchgefühl und die unaufgeregte Wahrnehmung des Unternehmens sind gute Ratgeber den richtigen Augenblick für eine Gehaltsverhandlung abzupassen. Bei klar erkennbaren Verlusten und Entlassungen ist die Bereitschaft für eine Gehaltserhöhung logischerweise gleich Null. Anders stehen die Chancen in erkennbar guten Zeiten. Ein stilvolles Angehen deines Anliegens, einen höheren Gegenwert in Form von Bezahlung deiner Arbeit zu bekommen, wird sich sicherlich auch positiv auf die Beurteilung deiner weichen Skills auswirken.

 

2. Klarmachen

- Mit Überzeugung

Um den Chef von einer Lohnerhöhung zu überzeugen, bedarf es außer dem richtigen Zeitpunkt auch den richtigen und passenden Ort. Für wichtige Gespräche, wie das einer Gehaltsverhandlung, solltest du deinem Chef eine Vorbereitungszeit zugestehen. Dafür eignet sich am besten ein schriftlich vereinbarter Termin. So wie der Ton die Musik macht, so können Worte vereinnahmen oder aber auch abstoßen.
"Mein Kollege macht das gleiche wie ich und verdient trotzdem mehr." Den Satz als Argument für eine Lohnerhöhung solltest du dir verkneifen. Er disqualifiziert dich und macht deinen Chef höchstens böse. Mit selbstsicherer Karriereplanung hat das nichts zu tun. Stelle deine eigene Leistung und Fähigkeiten in den Fokus und beziehe ganz objektiv die Frage mit ein, wie viel nachweisbare Vorteile die Firma durch deine Arbeit hat.
Die Bitte um ein "Feedback-Gespräch" nach einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt öffnet die Tür zum Chef nachvollziehbar leichter. Halte dir immer vor Augen, dass du verhandeln möchtest, nicht betteln. Mit der selbstbewussten Einbeziehung der eigenen Leistungen daran kannst du das Thema "Gehaltsanpassung" statt "Gehaltserhöhung" langsam einfließen lassen. Auch der Begriff "Marktwert" hat in diesem Stadium der Gehaltsverhandlung durchaus seine Berechtigung. Ein guter Chef wird das richtig einzustufen wissen und dich als sein Gegenüber respektvoll behandeln.

- Gestik und Mimik

Das Gespräch für eine Lohnerhöhung ähnelt in gewisser Weise dem Vorstellungsgespräch bei der Jobsuche. In beiden Gesprächen möchtest du etwas von deinem Gegenüber. Und dabei kommt es neben den harten und weichen Fakten und der ausgewählten Worte auch auf die Gestik und Mimik an. Der Schlüssel zum Erfolg heißt Selbstvertrauen ohne Arroganz. Mit einer offenen Haltung und Vertrauen erweckenden Gesten kannst du am Ende eines erfolgreichen Gesprächs ohne Bedenken darum bitten das Gespräch schriftlich festhalten zu dürfen. Bei der Herangehensweise wird kein Chef einer vertretbaren Gehaltserhöhung widersprechen.